Steiermärkische Rechtsanwaltskammer
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Über das Treuhandbuch

Zur Erklärung: Bei einem Bargeschäft kann man Ware gegen Bezahlung des Kaufpreises sofort entgegennehmen. Bei Liegenschaftstransaktionen geht dies nicht so rasch. Für die Übertragung einer Liegenschaft ist nämlich neben der Übergabe die Eintragung in das Grundbuch erforderlich. Dies ist erst möglich, wenn diverse Voraussetzungen erfüllt sind, zum Beispiel die Grunderwerbssteuer bezahlt ist oder Erklärungen von Pfandgläubigern vorliegen.

Vorteile des Treuhandbuches

Die Treuhandschaft wird nach dem Statut der Treuhand-Revision der Steiermärkischen Rechtsanwaltskammer abgewickelt. Diese Abwicklungsform bedeutet einen besonderen Versicherungsschutz für Vertrauensschäden bis zu Euro 7.267.283,41 für die Treugeber und ist mit keinen Mehrkosten verbunden.

Das Treuhandstatut sieht vor, dass alle vertraglichen Treuhandschaften über Geldbeträge, die Euro 40.000 überschreiten, unverzüglich der Steiermärkischen Rechtsanwaltskammer zu melden sind. Die Treuhandschaft wird in das sogenannte Treuhandbuch eingetragen und es wird hierüber eine schriftliche Bestätigung ausgestellt. Das Treuhandstatut wird Ihnen auf Wunsch jederzeit gerne ausgefolgt.

Im Falle von anonymisierten Treuhandschaften haben Sie auch die Möglichkeit, dem Treuhänder die Bekanntgabe von Daten zu untersagen. Dann wird sich die Meldung der Treuhandschaft auf die bloße Bekanntgabe der Übernahme und gleichzeitige Angabe der fortlaufenden Nummer des Treuhandverzeichnisses des Treuhänders und des Treuhandkontos beschränken. Die Abwicklung erfolgt jedoch ohne den oben erwähnten besonderen Versicherungsschutz.

Verfügung über den Treuhandbetrag

Die Entgegennahme des Treuhandbetrages ist dem Treuhänder nur nach Mitteilung der Übernahme der Treuhandschaft an die Steiermärkische Rechtsanwaltskammer gestattet. Die Verfügung über den Treuhandbetrag - und zwar auch nur über Teile - ist dem Treuhänder erst nach Erhalt der Registrierung der Treuhandschaft durch die Steiermärkische Rechtsanwaltskammer gestattet.

Überweisungen vom Treuhandkonto

Bei der Vereinbarung der Treuhandabwicklung mit dem Rechtsanwalt (z.B. bei Liegenschaftsveräußerungen) sind die vom Treuhänder zu veranlassenden Geldbewegungen vorweg zu bestimmen. Grundlage ist ein eigener schriftlicher Auftrag zur Verfügung über das Treuhandkonto (Kontoverfügungsauftrag), der vom Treuhänder (dem Rechtsanwalt) und den Treugebern (z.B. Käufer und Verkäufer) unterfertigt wird. Dieser Auftrag bezieht sich auf das eigens errichtete Treuhandkonto und stellt sicher, dass die vom Treuhandkonto zu veranlassenden Überweisungen nur an die im Kontoverfügungsauftrag der Bank bekantgegebenen Empfänger (Begünstigte) erfolgen können. Der Treuhänder muss auch das Kreditinstitut, welches das Treuhandkonto führt, schriftlich und unwiderruflich verpflichten von jeder Buchung auf dem Konto ein Duplikat jedes Kontoauszuges an die Treugeber zuübermitteln. Auch die Erfüllung der Treuhandbedingungen bzw. die Beendigung der Treuhandschaft ist der Steiermärkischen Rechtsanwaltskammer vom Treuhänder mitzuteilen. Die Treugeber haben die Entlassung aus der Treuhandhaftung schriftlich zu bestätigen.

Die Einhaltung der Bestimmungen des Treuhandbuches wird durch Revisionsbeauftragte der Steiermärkischen Rechtsanwaltskammer überwacht. Diese unterliegen wie der Treuhänder der Verschwiegenheitspflicht.

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