Steiermärkische Rechtsanwaltskammer
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Mediation

Mediation ist ein Konfliktregelungsmodell, das auch in Österreich – vor allem im Familienrecht – zunehmend bekannter und beliebter wird. Grundsätzlich eignet sich Mediation vor allem für solche Konfliktfälle, in denen es um längerfristige Beziehungen geht oder wenn starke emotionale Bezüge bestehen, z. B. wenn jemand sehr verärgert wurde.

In der Mediation erarbeiten die Konfliktparteien mithilfe der Mediatorin / des Mediators eine Lösung ihres Konfliktes. Die Hilfestellung der Mediatorin / des Mediators erfolgt durch Moderation des Gespräches und diverse Interventionstechniken, z. B. wenn Schwierigkeiten im Kommunikationsverhalten der Konfliktparteien einer konstruktiven Lösung entgegenstehen, aber auch im Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten, welche die Parteien noch nicht selbst erkannt haben.

Es besteht grundsätzlich keine Beschränkung der Mediation auf bestimmte Rechtsgebiete, sie ist allerdings nicht geeignet für die Durchsetzung von Geldansprüchen, z. B. wenn die Schuldnerin / der Schuldner zwar zahlen will, aber nicht kann.

Anwaltsleistungen

In der Mediation arbeitet Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt zunächst mit den Parteien heraus, was sie eigentlich vereinbart hatten.

Oft stellt sich schnell heraus, dass die Parteien ständig aneinander vorbeigeredet hatten, weil sie z. B. mit einem durchschnittlichen Kellerfenster völlig verschiedene Vorstellungen verbanden oder die Wichtigkeit von Maßen (z. B. die exakte Höhe des Kellers zum Einbau von gängigen Schränken) nicht erkannten bzw. nicht hinreichend deutlich machten.

Durch ständiges Hinterfragen scheinbar klarer Formulierungen kann den Parteien klar werden, dass sie beide Anteil an der missglückten Baustelle hatten. Danach ist der Weg zur Lösung im Idealfall nicht mehr schwierig.

Ein Ehepaar bestellt ein Fertighaus. Die Lieferfirma informiert das Paar, dass es einen Keller herstellen lassen muss, der bestimmten Vorgaben der Lieferfirma zu entsprechen hat und zu einem bestimmten Termin fertiggestellt sein muss. Es wird dem Ehepaar ein Bauunternehmen empfohlen, mit dem der Fertighauslieferant ständig zusammenarbeitet, den Eheleuten wird aber auch freigestellt, eine Baufirma ihrer Wahl zu beauftragen. Da sich im weiteren Freundeskreis ein Baumeister findet, wird man anlässlich eines Besuches in dessen neu errichtetem Haus schnell handelseins.

Man spricht über einige Details, vereinbart einen durchaus guten Pauschalpreis und die Sache wird gestartet.

Unglücklicherweise arbeitet der Baumeister mit Leihpersonal, die Sache wird zeitlich eng – schließlich wird ihm der Auftrag vor Fertigstellung entzogen, um den Termin zu halten. Eine andere Baufirma stellt den Keller zeitgerecht fertig. Davor bricht aber noch ein Kanalrohr, was zu einem nicht unbeträchtlichen Schaden führt. Schließlich stellt sich heraus, dass die Kellerdecke 10 Zentimeter zu niedrig angesetzt wurde.

Der ursprünglich beauftragte Baumeister meint, er hätte seine Leistung nicht nur ordnungsgemäß, sondern auch Mehrleistungen erbracht, und fordert sogar mehr als die vereinbarte Pauschale.

Weitere Informationen

Checkliste

Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt als Mediatorin / Mediator wird Ihnen im Erstgespräch das Wesen und den Ablauf sowie die Voraussetzungen des Mediationsprozesses erläutern.

Wichtige Punkte hierbei:

  • Feststellung des Konfliktes und des Zieles der Mediation
  • Neutralität und Allparteilichkeit der Mediatorin / des Mediators gegenüber jeder Konfliktpartei
  • Terminabsprachen – Frequenz der Mediationssitzungen
  • Wer trägt die Kosten der Mediation?

Die Mediation kann von jeder Konfliktpartei jederzeit abgebrochen werden.