Steiermärkische Rechtsanwaltskammer
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8010 Graz

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Inkasso

Selbsthilfe ist in Österreich nur in wenigen Ausnahmefällen erlaubt.

Wenn Sie von einer Schuldnerin / einem Schuldner eine Forderung einbringlich machen wollen, muss alles den vorgeschriebenen Weg gehen. Sie müssen zunächst einen Exekutionstitel gegen die Schuldnerin / den Schuldner erwirken. Darunter versteht man einen Zahlungsbefehl oder ein Urteil, also eine gerichtliche Entscheidung, die die Schuldnerin / den Schuldner dazu verpflichtet, ihre/seine Schuld bei Ihnen zu bezahlen.

Damit ist es aber noch nicht getan. Wenn die Schuldnerin / der Schuldner auch jetzt noch nicht freiwillig zahlt, muss die Gerichtsentscheidung auf exekutivem Wege durchgesetzt werden.

Anwaltsleistungen

Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt wird die Schuldnerin / den Schuldner zunächst unter Setzung einer kurzen Frist von ein oder zwei Wochen auffordern, die Forderung samt den Ihnen zustehenden Zinsen und Mahnspesen zu bezahlen. Kommt die Schuldnerin / der Schuldner dieser Aufforderung nicht nach, wird Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt ohne weiteres Zuwarten bei Gericht eine Klage einreichen oder, bei Forderungen unter Euro 30.000,--, die Erlassung eines gerichtlichen Zahlungsbefehles beantragen. Wenn die Schuldnerin / der Schuldner keinen Einwand erhebt, und das ist bei unbestrittenen Forderungen die Regel, wird Ihrer Rechtsanwältin / Ihrem Rechtsanwalt sehr bald ein rechtskräftiges Urteil oder ein rechtskräftiger Zahlungsbefehl vorliegen.

Nun wird Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt prüfen, welches Exekutionsmittel geeignet ist, das Urteil durchzusetzen und die Bezahlung Ihrer Forderung zu erzwingen. In diesem Fall ist die Schuldnerin / der Schuldner offenbar Eigentümerin/Eigentümer eines Baugrundes, Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt wird daher in erster Linie prüfen, ob eine Zwangsversteigerung infrage kommt. Wenn dies nicht möglich ist, etwa weil der Baugrund mit Pfandrechten überlastet ist, wird sie/er mit einer Lohnpfändung gegen die Schuldnerin / den Schuldner vorgehen oder auch das sonstige bewegliche Vermögen der Schuldnerin / des Schuldners pfänden und verwerten. Wenn Ihre Schuldnerin / Ihr Schuldner selbst Unternehmerin/Unternehmer ist, kann ihr/sein Betrieb zwangsverwaltet werden, auch andere Exekutionsmöglichkeiten kommen infrage. Die einbringlich gemachten Beträge werden dann umgehend an Sie weitergeleitet.

Sie betreiben ein kleines Bauunternehmen und haben den Auftrag erhalten, einen Keller für ein Einfamilienhaus zu errichten.

Sie heben zunächst die Baugrube aus. Dann liefern Sie das erforderliche Material an und errichten den Keller. Nach Abschluss der Arbeiten legen Sie Rechnung, doch Ihr Auftraggeber zahlt nicht. In Abständen von mehreren Monaten schicken Sie mehrere Mahnungen aus, vergeblich.

Versuche, den Schuldner persönlich zu kontaktieren, scheitern, er lässt sich verleugnen.

Weitere Informationen

Checkliste

Um rasch und effizient für Sie einzuschreiten, benötigt Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt von Ihnen insbesondere nachfolgende Unterlagen und Informationen:

  • Angebot
  • Auftragsschreiben
  • Lieferscheine
  • Rechnungen
  • nach Möglichkeit Information über allfällige Vermögenswerte der Schuldnerin / des Schuldners