Steiermärkische Rechtsanwaltskammer
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Reiserecht

Der Urlaub sollte die schönste Zeit des Jahres sein. Nicht immer aber entsprechen die Hochglanzfotos in den Katalogen der Reiseveranstalterinnen/Reiseveranstalter der Realität. Wenn dem Hotelzimmer Balkon und Meerblick fehlen, wenn die Wasserspülung der Toilette ausfällt und das Hotel nicht direkt am Strand, sondern 800 Meter entfernt liegt, trübt das die Urlaubsfreude.

Die Reiseveranstalterin / der Reiseveranstalter ist dazu verpflichtet, Sie zu entschädigen, wenn Mängel in der Unterkunft, der Verpflegung oder an ihren/seinen sonstigen angebotenen Leistungen auftreten. Die Höhe der Entschädigung hängt von der Art des Mangels ab und davon, in welchem Umfang der Urlaub dadurch beeinträchtigt wurde.

Die Rechtsprechung der Gerichte zu diesem Thema ist äußerst differenziert und entwickelt sich ständig weiter. Eine Prozessführung kann riskant sein. Sie sollten daher auf die Beiziehung einer Rechtsanwältin / eines Rechtsanwaltes nicht verzichten. Sie/er kennt aufgrund ihrer/seiner langjährigen Erfahrung die Rechtslage und kann auch die Risiken eines allfälligen Gerichtsverfahrens einschätzen.

Anwaltsleistungen

Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt wird zunächst den Sachverhalt mit Ihnen ausführlich erörtern. Sie/er wird mit Ihnen die Mängel im Einzelnen besprechen, das Beweismaterial sichten und die Rechtslage prüfen.

Sie/er wird mit Ihnen besprechen, welche Ansprüche Sie stellen können, und zunächst außergerichtlich mit der Reiseveranstalterin / dem Reiseveranstalter verhandeln. Wenn die Beweislage für Sie ungünstig ist, wird sie/er Ihnen raten, die von der Veranstalterin / vom Veranstalter angebotene Entschädigung anzunehmen. Sollte außergerichtlich keine Entschädigungsleistung zu erhalten sein, wird sie/er Sie über das Risiko eines Gerichtsverfahrens ebenso aufklären wie über die Erfolgsaussichten. Ist ein Prozess unvermeidlich, wird sie/er für Sie die Klage einbringen und Sie im Verfahren vertreten.

Durch ihre/seine umfassende Kompetenz ist jedenfalls gewährleistet, dass Ihre Rechte bestmöglich durchgesetzt werden.

Ein Familienvater buchte für sich, seine Gattin, seine minderjährige Tochter und seine Mutter eine Pauschalreise in die Türkei. Der Katalog versprach ein ruhiges Familienzimmer mit zwei getrennten Schlafräumen, einer Minibar und Meerblick.

Vor Ort sah die Sache dann leider anders aus. Durch einen Buchungsfehler wurde aus dem Familienzimmer mit getrennten Schlafzimmern ein 4-Bett-Zimmer. Das „ruhige“ Zimmer war straßenseitig gelegen, vom Meer keine Spur. Auch die Minibar suchte man vergebens.

Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass der Reisevertrag nicht ordnungsgemäß erfüllt worden war, und sprach der Familie eine Preisminderung von 15 % des Reisepreises zu, wobei als Orientierungshilfe die „Frankfurter Tabelle“ herangezogen wurde. Darüber hinaus erhielt die Familie Euro 500,-- als  Ersatz für entgangene Urlaubsfreuden nach § 31e Konsumentenschutzgesetz, weil das Reisebüro, welches als Gehilfe des Veranstalters gilt, den Schaden durch die Fehlbuchung verschuldet hatte.

Weitere Informationen

Checkliste

Um die Frage eines Entschädigungsanspruches oder die Durchsetzbarkeit verlässlich prüfen zu können, benötigt Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt von Ihnen nachfolgende Unterlagen:

  • Reisekatalog bzw. Prospekt
  • Reisevertrag
  • schriftliche Dokumentation über die Mängel, die bereits im Urlaub erstellt und nach Möglichkeit der Reiseveranstalterin / dem Reiseveranstalter übergeben werden sollte
  • Lichtbilder, die die Mängel beweisen können
  • Namen und Daten von Personen, die als Zeuginnen/Zeugen infrage kommen