Steiermärkische Rechtsanwaltskammer
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Skiunfall

Von den rund zehn Millionen Ski- und Snowboardfahrerinnen und -fahrern auf Österreichs Pisten verunglücken laut Medienberichten jedes Jahr rund 100.000 Personen. Viele dieser Unfälle gehen darauf zurück, dass andere Skifahrerinnen/Skifahrer sich nicht an die Pistenregeln gehalten haben oder der Zustand der Piste mangelhaft war.
Wenn eine andere Skifahrerin / ein anderer Skifahrer oder die für den Pistenbetrieb zuständige Liftgesellschaft schuldhaft gehandelt hat, dann haben Sie in der Regel einen Schadenersatzanspruch. Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt ist Ihnen behilflich, diesen Anspruch gegenüber der/dem Verantwortlichen durchzusetzen.

Anwaltsleistungen

  • Die Rechtsanwältin / der Rechtsanwalt überprüft, ob Sie Ansprüche auf Schadenersatz wie Heilungskosten, Verdienstentgang, Schmerzengeld etc. haben.
  • Sie/er verhandelt mit der Versicherung der Unfallgegnerin / des Unfallgegners oder der Liftgesellschaft außergerichtlich, um eine Lösung zu erzielen.
  • Wenn es zu einem Gerichtsverfahren kommt, vertritt sie/er Sie.

Eine 38-jährige Frau wurde auf einer Skipiste von einem schnell von oben herabfahrenden Skifahrer angefahren und zog sich mehrere komplizierte Brüche zu, die eine Arbeitsunfähigkeit von über einem Jahr bewirkten. Bei der Aufnahme im Krankenhaus erklärte sie nur, dass sie auf der Piste zu Sturz gekommen sei, ohne zu erwähnen, dass ein zweiter Skifahrer beteiligt war. Das Krankenhaus machte deshalb von sich aus auch keine weiteren Recherchen. Der Unfall wurde nicht von der Polizei aufgenommen. Die Frau wandte sich auch nicht an eine Rechtsanwältin / einen Rechtsanwalt, weil sie Angst vor den Kosten hatte. Sie war auch der Meinung, dass sie schon eine Nachricht wegen Ersatz des Verdienstentganges und der Zahlung von Schmerzengeld erhalten werde.

Als sie sich, aufmerksam gemacht durch Gespräche im Freundeskreis, mehr als drei Jahre nach dem Unfall endlich an einen Rechtsanwalt wandte, waren alle Ansprüche aus dem Unfall bereits verjährt. Wäre der Anwalt sofort beigezogen worden, so hätte er über die Polizei Zeuginnen/Zeugen ausfindig machen, Name und Anschrift des Schädigers ermitteln und mit dessen Versicherung alle Ansprüche (Verdienstentgang, Schmerzengeld etc.) abwickeln oder notfalls diese Ansprüche auch einklagen können. Die Verunglückte wäre auf diesem Wege zum Ersatz ihres Verdienstentganges und in den Genuss eines entsprechend hohen Schmerzengeldes gekommen, wobei die Anwaltskosten ebenfalls vom Schädiger getragen worden wären.

Weitere Informationen

Checkliste

Was Ihre Rechtsanwältin / Ihr Rechtsanwalt von Ihnen benötigt:

  • die Namen aller Beteiligten
  • Schilderung des Unfallablaufes mit Skizze und Fotos, wenn vorhanden
  • Aufstellung Ihrer Schäden
  • Haftpflichtversicherung der Gegnerin / des Gegners
  • wenn vorhanden, eigene Rechtsschutzversicherung

Worauf Sie achten sollten:

  • wenn eine andere Skifahrerein / ein anderer Skifahrer beteiligt war, deren/dessen Namen und Anschrift festhalten und anhand eines Ausweisdokumentes kontrollieren;
  • sofort Zeuginnen/Zeugen, die den Unfallhergang gesehen haben, mit Namen und Anschrift notieren;
  • wenn die beteiligte Skifahrerin / der beteiligte Skifahrer flüchtet, eine Personenbeschreibung telefonisch an die Polizei durchgeben;
  • Anfertigen einer Skizze des Unfallortes, Abstände einzeichnen, eventuell mit Skilängen messen;
  • Fotos vom Unfallort anfertigen;
  • wenn durch den mangelhaften Zustand der Piste ein Unfall geschah, ebenfalls Skizze anfertigen und Fotos von der Unfallstelle anfertigen;
  • auch in diesem Fall Namen und Anschrift von Zeuginnen/Zeugen festhalten;
  • bei Verletzungen die Polizei verständigen;
  • vor Unterfertigung eines Polizeiprotokolls dieses zweimal genau durchlesen und auf Richtigstellung allfälliger Ungenauigkeiten dringen, sonst keine Unterschrift leisten.